Dr. med. Walter Sehnert

Privatärztliche internistische Praxis in Dortmund

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Praxis für innere Medizin, Hypertensiologie
Institut für klinische Forschung IKFS

Leistungsspektrum

Atherosklerose

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Todesursache Nr. 1 in westlichen Industrienationen. Sie entstehen meist durch Atherosklerose, auch Arteriosklerose oder Arterienverkalkung genannt, eine Entzündung der Blutgefäße bei der sich Fett und Kalk in zunehmendem Maß in den Wänden der Blutgefäße ablagern. Die Gefäße verlieren dadurch an Elastizität, ihr Durchmesser wird allmählich enger. Diese Veränderungen der Blutgefäße beginnen schleichend und anfangs ohne spürbare Beschwerden. Später behindern sie jedoch oft den Blutfluss und können ihn im Extremfall ganz unterbrechen. Die Folgen der Blutflussblockade hängen ab von Ort und Ausmaß des beeinträchtigten Gewebebezirks. Atherosklerose ist der Anfang für die Entwicklung von Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen der Beine.

Die Risiken

Die wichtigsten bisher bekannten, so genannten „klassischen“ Risikofaktoren für Atherosklerose sind: Hohes LDL-Cholesterin, Diabetes/Metabolisches Syndrom, Bluthochdruck, Rauchen und familiäre Vorbelastung. Jüngste Erhebungen haben allerdings gezeigt, dass etwa ein Fünftel aller lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall bei Patienten ohne eines der klassischen Risiken auftritt, etwa 40 Prozent haben nur einen bekannten Risikofaktor. Vor kurzem wurde ein neuer Faktor identifiziert, mit dem man Risikopatienten besser erkennen kann: CRP (C-reaktives Protein). Diese bekannte Substanz zeigt an, ob Entzündungen im Körper vorliegen. Weitere neuere Risikoparameter sind Lipoprotein(a) und Homocystein.

Übeltäter Atherosklerose - so fängt alles an

Unsere Gefäße bewegen täglich mehrere tausend Liter Blut und versorgen den Körper mit Sauerstoff und Nährstoffen. Damit der Transport reibungslos funktioniert, sind die Gefäße innen mit einer sehr glatten und dünnen Innenhaut (dem „Endothel“) ausgekleidet. Das Problem: Unser Endothel ist allen Substanzen ausgesetzt, die sich in unserem Blut befinden. Darunter sind auch Stoffe, die es schädigen können. Allen voran erhöhte Blutfette (Cholesterin), aber auch Infektionserreger und schädliche chemische Substanzen zum Beispiel aus Zigarettenrauch. Auch ein zu hoher Blutdruck kann die Blutgefäße so schädigen, dass der Grundstein für eine Atherosklerose gelegt wird.

Atherosklerose: Eine Entzündung

Ist das empfindliche Endothel erst einmal geschädigt, kann die Atherosklerose ihren Lauf nehmen. Die betroffenen Gewebe schütten zunächst Botenstoffe aus, die über die Aktivierung des Immunsystems zu einer Entzündung der Gefäßwand führen. Eigentlich ein sinnvoller Mechanismus, da der Gefäßschaden jetzt repariert werden könnte. Allerdings wirken schädigende Substanzen wie erhöhtes Cholesterin weiterhin auf die Blutgefäße ein. Zum Immunsystem gehörende Fresszellen, die so genannten „Makrophagen“, nehmen das überschüssige Cholesterin in sich auf und verändern sich damit zu so genannten Schaumzellen, die eine ganze Reihe von Entzündungssubstanzen auszuschütten und dadurch wiederum die Gefäßwände angreifen. Ein verheerender Teufelskreislauf ist nun in Gang gesetzt: Die dünne Innenauskleidung der Blutgefäße wird abgebaut – es entsteht so etwas wie eine Verwundung der Arterien. Blutplättchen versuchen sofort, diesen Defekt zu schließen, es bildet sich eine Blutplättchen-Ansammlung, ähnlich der Schorfbildung bei äußeren Verletzungen. Weitere Reparaturmechanismen setzen ein und Bindegewebe versucht, die Schäden zu reparieren. Das kann funktionieren und übrig bleibt eine Narbe aus Bindegewebe. Meistens aber geht der Vorgang der Atherosklerose schleichend weiter: Immer mehr Blutplättchen und Bindegewebe werden ein- und angelagert, bis eine richtige Verdickung heranwächst. Das nennt der Mediziner eine „Plaque“. Zu guter Letzt kann sich auch noch Kalk einlagern – somit entsteht ein harter, zerklüfteter Pfropf.

Die Blutgefäße werden enger

Diese Gefäßveränderungen können dazu führen, dass sich das Blutgefäß mehr und mehr verschließt und der Blutfluss behindert wird. Wie ein Wasserhahn, der zunehmend mit kalkigen Auflagerungen verstopft wird und irgendwann nur noch tropft. Bei kleinen Plaques machen sich zu Beginn gar keine körperlichen Auswirkungen bemerkbar – obwohl die Schäden in den Blutgefäßen langsam fortschreiten. Je mehr die Gefäße allerdings verstopfen, desto stärker spüren Betroffene erste Einschränkungen oder Schmerzen, zum Beispiel bei Sport oder anderen Anstrengungen. Die Beschwerden richten sich nach der jeweiligen Stelle, an der die Plaques liegen und nach ihrer Größe.

Herzinfarkt

Befindet sich die Atherosklerose in den Herzgefäßen, dann spricht man von der Koronaren Herzkrankheit (die Koronararterien sind die Blutgefäße, die das Herz mit lebenswichtigen Stoffen versorgen, sie werden auch Herzkranzgefäße genannt). Durch die Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen erfüllt das Herz seine Arbeit als Blutpumpe immer schlechter. Am gefährlichsten ist allerdings die akute vollständige Verstopfung eines Herzkranzgefäßes. Ist es ein kleines Herzkranzgefäß, dann stirbt nur ein ganz kleiner Bereich des Herzens ab. Gelegentlich passiert das sogar ganz unbemerkt. Allerdings können solche Durchblutungsstörungen auch lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen verursachen, mit plötzlichem Herztod im schlimmsten Fall. Bei Verschluss eines großen Herzkranzgefäßes kann ein erheblicher Teil des Herzens absterben und das Organ so stark schädigen, dass es nicht mehr pumpt. Ein solcher Herzinfarkt kann ebenfalls tödlich enden.

Schlaganfall

Eine Atherosklerose in den Gefäßen des Gehirns kann durch Gefäßverschluss zu einem Schlaganfall führen. Durch die Minderdurchblutung des Gehirns erhalten die Nervenzellen einer bestimmten Hirnregion zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Diese Unterversorgung ist besonders schwer wiegend, weil viele Funktionen des Körpers vom Gehirn aus gesteuert werden. Menschen, die einen Schlaganfall erleiden, verlieren dadurch für immer oder für eine lange Zeit bestimmte Fähigkeiten. Ein Schlaganfall kann auch tödlich enden.

Schaufensterkrankheit

Ist die Arterienverstopfung in den Beingefäßen angesiedelt, treten mehr und mehr Probleme beim Gehen auf. Die Schmerzen sind so stark, dass Betroffene nur noch kleinere Wegstrecken bewältigen können. Oft müssen sie Pausen einlegen, damit Ihre Beine wieder ausreichend Blut – also Sauerstoff und Nährstoffe – bekommen. Um nicht aufzufallen, wird dies von den Betroffenen gerne mit kurzem Verweilen vor einem Schaufenster kaschiert – so kam es zu dem Namen Schaufensterkrankheit. In späteren Stadien können diese Schmerzen auch in Ruhe auftreten und von Hautschäden begleitet sein. Im Extremfall kann es dazu kommen, dass sogar ganze Zehen oder die Füße absterben (Stichwort Raucherbein) und bisweilen eine Amputation erfolgen muss.

Die Risiken senken

Die bisher bekannten Risikofaktoren für Atherosklerose sind: Hohes LDL-Cholesterin, Übergewicht, Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes/ Metabolisches Syndrom, Alter und Geschlecht. Das eigene Alter und das Geschlecht kann man nicht beeinflussen – die anderen Risikofaktoren hingegen schon. Eine herzgesunde Lebensweise lässt sich etwa wie folgt zusammenfassen:

- Ernähren Sie sich mediterran. Essen Sie viel Obst und Gemüse (fünf Portionen pro Tag), reduzieren Sie den Konsum von rotem Fleisch (Schwein, Rind, Lamm), bevorzugen Sie Seefisch und stellen Sie insgesamt von tierischen Fetten auf pflanzliche Öle um. Diese gesunde Ernährung senkt das LDL-Cholesterin, erhöht das gute HDL-Cholesterin, vermindert Übergewicht und Bluthochdruck.
- Trennen Sie sich von überflüssigen Pfunden. Versuchen Sie möglichst durch gesunde Ernährung und Bewegung Ihr Normalgewicht zu erreichen. Sollte das nicht möglich sein, gibt es professionelle Hilfe. Fragen Sie Ihren Arzt.
- Geben Sie das Rauchen auf. Rauchen ist in mehrfacher Hinsicht gesundheitsschädlich: Es ist nicht nur ein wesentlicher Risikofaktor für die Atherosklerose, sondern auch für Krebserkrankungen, fördert Alterungsprozesse und mindert die allgemeine Fitness.
- Bewegen Sie sich gesund! Regelmäßiger Ausdauersport schützt nachgewiesenermaßen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gut geeignet hierfür sind Joggen, Radfahren, Walken, Wandern etc. Insgesamt sollten Sie etwa dreimal pro Woche für 35-45 Minuten sportlich aktiv werden, am besten an der frischen Luft.
- Gehen Sie regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Arzt und lassen Sie Ihr Herz-Kreislauf-Risiko checken. Hierzu gehört die Untersuchung von Cholesterin, Triglyceride, Blutdruck und Blutzucker (Vorliegen eines Diabetes).
- Verzichten Sie auf übermäßigen Alkoholkonsum. Beschränken Sie sich auf ein Gläschen Wein oder eine Flasche Bier täglich und legen Sie mindestens 2-3 alkoholfreie Tage pro Woche ein.
- Bei Diabetes sollten Sie unbedingt auf eine gute Einstellung Ihres Blutzuckers achten, um Ihr Herz-Kreislauf-Risiko gering zu halten.
- Sollten Sie mit Ihrer Lebensumstellung, d. h. mit gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung Ihre Zielwerte für Cholesterin und Blutdruck nicht erreichen, dann sprechen Sie mit Ihrem Arzt über weitere Maßnahmen, wie etwa eine medikamentöse Behandlung.

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