Dr. med. Walter Sehnert

Privatärztliche internistische Praxis in Dortmund

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Praxis für innere Medizin, Hypertensiologie
Institut für klinische Forschung IKFS

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Blutdruck neu definiert?

So sieht es seit neuestem in Amerika aus

Die Amerikaner haben die Grenzwerte für hohen Blutdruck auf der letzten Tagung der „American Heart Association“ (AHA) neu definiert. Nach den Leitlinien der Amerikanischen Herz-Kreislaufgesellschaften ist der Blutdruck dann normal, wenn er unter 120/80 mmHg liegt. Er gilt dort als erhöht bei Druckwerten von 120-129/<80 mmHg und ab 130-139/80-90 mmHg liegt in Amerika eine Hypertonie des Stadium I vor.

Auch die Empfehlungen zur Therapie wurden geändert: bei den neu definierten Hochdruckpatienten (120-129/<80 mmHg) reichen in der Behandlung nichtmedikamentöse Maßnahmen. Die sollen auch dann ergriffen werden, wenn der Blutdruck bei 130-139/80-89 mmHg liegt und noch keine Erkrankung von Herz oder Gefäßen vorhanden ist – sind diese jedoch vorhanden empfehlen die Amerikaner eine blutdrucksenkende Medikation.

Wie ist es bei uns?

Wie ist es bei uns? Nach wie vor gelten die Normwerte des Blutdrucks:

Praxismessung < 140 und < 90mmHg
Selbstmessung des Blutdrucks < 135 und < 85mmHg

24-Stunden-Blutdrucklangzeitmessung (ABDM) Tagesmittelwert (Wachphase)
< 135 und < 85mmHg

24-Stunden-Blutdrucklangzeitmessung (ABDM)Nachtmittelwert (Schlafphase)
< 120 und < 70mmHg

24-Stunden-Blutdrucklangzeitmessung (ABDM)Gesamtwert über 24 Stunden
< 130 und < 80mmHg

Für kardiovaskulare Risikopatienten sollte ein systolischer Zielblutdruck (Praxismessung) von < 135 mmHg mit einem Zielkorridor von 125–134 mmHg angestrebt werden.

Dies gilt damit für Patienten mit manifester kardiovaskularer Erkrankung außer Schlaganfall, Alter ≥ 75 Jahren, chronischer Nierenkrankheit und hohem kardiovaskularen Gefäßrisiko. Ein systolischer Blutdruck < 120 mmHg ist in dieser Patientengruppe zu vermeiden. Der diastolische Zielblutdruck liegt entsprechend bei < 85 mmHg und sollte bei kardiovaskularen Risikopatienten mit unklarem Koronarstatus nicht auf unter 70 mmHg abgesenkt werden. Eine intensivere Blutdrucksenkung geht mit mehr Nebenwirkungen einher, weshalb eine regelmäßige klinische und laborchemische Kontrolle notwendig ist.

Bei jüngeren Hypertoniepatienten und Patienten mit niedrigem kardiovaskularen Risiko gilt unverändert ein Zielblutdruck < 140/90 mmHg. Selbstverständlich gilt dieser Zielblutdruck auch bei über 60-jährigen.

In Anbetracht der Tatsache, dass in Deutschland immer noch bei etwa 39–59 Prozent der Hypertoniker (je nach Geschlecht und Region) der Zielblutdruck von < 140/90 mmHg nicht erreicht wird, ist es die vordringlichste und wichtigste Herausforderung für alle behandelnden Ärzte, dieses Blutdruckziel von < 140/90 mmHg zu erreichen.

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