Dr. med. Walter Sehnert

Privatärztliche internistische Praxis in Dortmund

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Praxis für innere Medizin, Hypertensiologie
Institut für klinische Forschung IKFS

Leistungsspektrum

Screeningregister T2-TARGET

Screeningregister zur Anwendung der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung bei hypertensiven Typ-II-Diabetikern / T2-TARGET

Sehnert, W.(1); Mielke, J.(2); Mengden, T.(3)
1) Clinical Research Institute, Wittekindstr. 30, 44139 Dortmund; 2) Statistisches Beratungs- und Analyse-Zentrum TU Dortmund, Vogelpothsweg 87, 44221 Dortmund 3) Kerckhoff-Klinik GmbH, ESH Excellence Centre,  Benekestraße 2-8, 61231 Bad Nauheim

Hintergrund

Die aktualisierten Leitlinien der europäischen Hochdruckliga schlagen als neuen Zielblutdruckwert bei hypertensiven Typ-II-Diabetikern einen systolischen Blutdruck unter 140 sowie diastolischen Blutdruck unter 80 mmHg vor. Die in der ADVANCE-Studie erreichten Praxisblutdruckwerte von 134 mmHg systolisch und 74 mmHg diastolisch waren mit einer Verbesserung der kardiovaskulären Gesamtprognose als auch einer Reduktion der Gesamtmortalität assoziiert. Unklar ist, wie die Therapieziele der ESH oder die in der ADVANCE-Studie erreichten Praxisblutdruckwerte auf die ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung (ABDM) zu übertragen sind. Diese Studie untersucht darüber hinaus, ob und inwieweit sich die Beurteilung der Rate von erfolgreich antihypertensiv behandelten T2Diabetikern durch den Einsatz der ABDM im Vergleich zur Praxismessung ändert.

Methoden

In 306 internistischen/allgemeinmedizinischen Praxen mit etabliertem ABDM-Setting wurden klinisch indizierte ABDM-Messungen von 919 antihypertensiv behandelten Typ-II-Diabetikern ausgewertet. Die Auswertung erfolgte gemäß den Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga zur ABDM-Messung (1). Das kardiovaskuläre Risiko wurde entsprechend den ESH Guidelines 2013 eingeschätzt (2).

Hypertensive Patienten Ergebnisse

Der mittlere Praxisblutdruck der Pat. (Alter 64,4±12,3 J) betrug 151,7±19,6 / 87,25±11,5 mmHg. Von den 919 antihypertensiv behandelten Pat. hatten 784 nach den kürzlich publizierten Normwerte der ABDM eine unkontrollierte Hypertonie (85%). Davon hatten 528 Pat. eine systolisch/diastolische (67%), 195 (25%) eine isoliert systolische und 47 (6%) eine isoliert diastolische Hypertonie. 131 Patienten wiesen  bei Praxisnormotonie erhöhte ABDM-Werte auf (14% masked hypertension);  bei 74 der Patienten war nur der Praxiswert erhöht bei normotoner ABDM (8% white-coat Effekt).


Die behandelnden Ärzte schätzten das 10-Jahres-Risiko ihrer Patienten erheblich zu gering ein. Während basierend auf dem Praxis-BD bei 123 Pat. (13,4%) die Einschätzung korrekt war wurde das 10-Jahres-Risiko bei 795 Patienten (86,5%) zu niedrig eingeschätzt. Es fand sich eine erstaunlich hohe Übereinstimmung der Risikokalkulationen auf Basis von Praxis-BD und ABDM. Für den von der DHL für T2-Diabetiker empfohlenen Praxiszielblutdruck von 140/85 mmHg ergaben sich analog ABDM-Tagesmittelwerte von 134/ 81 mmHg. Einem Praxisblutdruck von 135/75 mmHg (ADVANCE) entspricht ein ABDM-Analog-Werte 129/71 mmHg.

Schlussfolgerung

Das 10-Jahres-Risiko von hypertensiven T2-Diabetikern wird von den behandelnden Ärzten erheblich unterschätzt.

Die ABDM-Messung sollte zur Therapiekontrolle bei hypertensiven Typ-II-Diabetikern eingesetzt werden, da bei 22% der Patienten eine korrekte Zuordnung zu Normotonie / Hypertonie durch den alleinigen Einsatz der Praxisblutdruckmessung verfehlt wird.

Die aus dem Percentilen-Modell berechneten Analog-Werte unseres Screening Registers entsprechen bislang publizierten Studien und können zur Bestimmung des Zielblutdruckes bei ABDM herangezogen werden.

Referenzen:
(1) Lüders S. et al: Kardiologe 2013; 7 (3): 194-208
(2) ManciaG. et al: Eur. Heart J.2013; 34(28): 2159-2219

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